Pressemitteilung: Stopp mit dem Generalverdacht für Aleviten in der Türkei

Die AABF fordert die Freilassung von 14 alevitischen Vereinsfunktionären und Mitgliedern der Pir Sultan Abdal Kulturvereinigung in der Türkei! Die Diskriminierung der Alevitischen Gemeinden in der Türkei muss ein Ende nehmen: Derzeit finden bundesweit Kranzniederlegungen und Protestaktionen gegen die Türkische Regierung an Türkischen Konsulaten in Düsseldorf, Frankfurt, München und Nürnberg statt.

Am 16. März 2018 beginnend wurden 14 alevitische Vereinsfunktionäre und Mitglieder der Pir Sultan Abdal Kulturvereinigung festgenommen und werden unter dem Vorwurf terroristischer Aktivitäten ohne Anklage in Haft festgehalten. Seit dem Putschversuch vom 15.07.2016  geht die türkische Regierung und Justiz gegen Oppositionelle und Minderheiten mit dem Vorwurf der Unterstützung terroristischer Aktivitäten vor. In Wirklichkeit sind diese Maßnahmen politisch motiviert, um die demokratische Opposition in der Türkei im Keime zu ersticken. Die Alevitische Gemeinde in der Türkei ist dabei der Staatsführung ein besonderer Dorn im Auge, da sie stets historisch als auch im heutigen Kontext gegen den politischen Islamismus agierte und weiterhin agiert.

Aus diesem Grund werden der Alevitischen Gemeinde/Religionsgemeinschaft in der Türkei jegliche Rechte als juristische Person im Sinne einer Religionsgemeinschaft nicht zuerkannt. Die Religionsfreiheit existiert nicht für die in der Türkei lebende Alevitische Gemeinde. Die Rechte, die der Sunnitischen Religionsgemeinschaft gewährt werden, werden der Alevitischen Gemeinschaft vorenthalten. Noch im April 2016 urteilte der Europäische Menschenrechtsgerichtshof, dass die Türkei die Religionsfreiheit der Aleviten verletze. Nach Ansicht der Richter herrscht ein „eklatantes Ungleichgewicht“ zwischen ihnen und der sunnitischen Mehrheit. Die Diskriminierung beginne schon damit, dass die Aleviten nicht als Religionsgemeinschaft im Sinne einer juristischen Person anerkannt werden. Sie erhalten keine finanziellen Mittel vom Staat, und ihre Geistlichen sind nicht als Beamte anerkannt.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass 14 unserer Glaubensgeschwister inhaftiert wurden. Dies ist ein weiterer Meilenstein der Türkischen Regierung die Alevitische Gemeinde mundtot zu machen. Die Alevitische Gemeinde Deutschland fordert die sofortige Freilassung der 14 inhaftierten Personen und die Einhaltung europäischer rechtsstaatlicher Standards im türkischen Justizwesen.

 

Für Fragen:

Özgür Öz (Generalsekretär)
E-Mail: ozgur.oz@alevi.com