MehrUnterNehmen

Nachhaltiges Wirtschaften im Alltag

Alevitische UnternehmerInnen/Unternehmen und Jugendverbände konkretisieren das Handlungsfeld „Green Economy“

Dieser Herausforderung stellt sich die Alevitische Gemeinde Deutschland e.V. mit dem Vorhaben „MehrUnterNehmen“. Ein Auftaktprojekt zur Sensibilisierung von alevitischen UnternehmerInnen und Unternehmen für das Handlungsfeld Green Economy als querschnittspolitische Unternehmens- und Gesellschaftsstrategie.

Die Gefährdung unserer Umwelt und die weltweit mit erschreckender Geschwindigkeit knapper werdenden Ressourcen haben viele Dimensionen. Gerade in politisch, ökonomisch und ökologisch schwierigen und angespannten Zeiten müssen wir mehr denn je von einer lediglich Betroffenen- zu einer Verantwortungsgemeinschaft zusammenwachsen. Ein Handeln, das sein Selbstverständnis in dem Ausdruck „Verantwortungskultur“ findet und der Gesellschaft damit ein deutlicheres ethisches Profil verleiht.

20 Jahre nach der ersten Rio-Konferenz im Jahre 1992, in deren Rahmen die sogenannte Agenda 21 als wegweisendes Aktionsprogramm für nachhaltige Entwicklungs- und Umweltpolitik im 21. Jahrhundert verabschiedet wurde, konstatiert der wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WGBU) die „Notwendigkeit einer fundamentalen Transformation der Weltgesellschaft“. Dem WGBU zufolge werden ein systematisch ermöglichter „mentaler Wandel“ im großen Maßstab benötigt – ein Wandel, der nicht nur Impulse zur individuellen Bewusstseinsbildung, sondern auch für institutionelles und strukturelles Verantwortungsbewusstsein und daraus resultierende Gestaltungskompetenzen in Gang setzt. Diesem von Seite des WGBU geforderte substantieller Beitrag zur mehr institutioneller und struktureller Verankerung von Verantwortungsbewusstsein und Gestaltungskompetenz möchte die AABF mit dem Projekt „MehrUnterNehmen“ nachkommen.

Für die Alevitische Gemeinde Deutschland haben das Eintreten für Ressourcenschutz, das Bewusstsein über und die Bildung für Nachhaltige Entwicklung als Wertevermittlung eine hohe Priorität. Die essentielle Verbundenheit der alevitischen Lehre mit der Flora und Fauna zeigt sich nicht nur in ihren Glaubenssätzen und Weisheiten, sondern auch im täglichen Handeln der/des Einzelnen. Nach alevitischer Auffassung bilden Mensch und Natur eine unzertrennliche Einheit – eine Einheit, die die Schöpfung bewahrt, Nachhaltigkeit lebt und lehrt sowie als wichtigstes Humankapital begreift.

Die aktive Teilhabe, an dem globalen Transformationsprozess, setzt die Beteiligung der Zivilgesellschaft sowie der AkteurInnen des Wirtschafts- und Arbeitslebens vor Ort voraus. Damit dies gelingen kann, muss zunächst einmal sowohl bei der Zivilgesellschaft als auch bei AkteurInnen des Wirtschafts- und Arbeitslebens der Blick für die substantielle Notwendigkeit für „Nachhaltige Orientierung und Öffnung“ sowie „Nachhaltiges Handeln“ geschärft werden. „Nachhaltige Orientierung und Öffnung“ sowie „Nachhaltiges Handeln“ stellen Beteiligung und Selbstbefähigung in den Mittelpunkt: Partizipation und Empowerment zielen nicht lediglich auf eine Anpassung unterschiedlicher Gruppen und Individuen in bestehende Zusammenhänge, sondern auf die Befähigung und/oder Unterstützung, sich selbst solche Zusammenhänge zu schaffen und dafür die eigenen Ressourcen zu entdecken und einzubringen. Gleichzeitig dienen sie der Entfaltung aller vorhandenen Humanressourcen. Es geht hierbei auch um demokratische Prozesse und um die Beteiligung an diesen Prozessen, die sowohl die Minderheitsgesellschaft als auch die Minderheitsgruppen weitreichend verändern werden.

Ziele des Projektes

● Sensibilisierung und Aufklärung durch Wissens- und Wertevermittlung

●Sicherstellung, Weiterentwicklung und Transfers des Wissens über „Green Economy“ in unternehmensinternen- und externen Strukturierungen

● Gewinnung von Kommunen als Netzwerk- und Bündnispartner

● Erarbeitung und Umsetzung von Selbstverpflichtungserklärungen

● Unterzeichnung von Zivilvereinbarungen zwischen Kommunen und alevitischen UnternehmerInnen

Ansprechpartnerin

Yesim Eraslan
green.economy@alevi.com

Das Projekt MehrUnterNehmen wird gefördert vom: