Humanismus – Freiheit – Demokratie

Die AABF steht für Menschenrechte, Freiheit und Demokratie. Sie verteidigt die Werte der Aufklärung und des Humanismus. Sie setzt sich für die Förderung des interreligiösen Dialogs und das friedliche, gleichberechtigte Miteinander aller Religionen in Deutschland ein und lehnt jede Form von Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus, Extremismus sowie Terror und Gewalt ab.

Bundesweit organisierte und tätige Dachverbände von Migrantenorganisationen befinden sich derzeit in einer Umbruchs- und Aufbruchsphase: Sie sind nicht mehr nur Selbstorganisationen, sondern zunehmend soziale Dienstleister. Die bedeutende Stärke der Migrantendachverbände liegt darin, dass sie Integration als Querschnittsaufgabe in alle wichtigen Handlungsfelder einbinden und neue Handlungsfelder auf- und ausbauen können – insbesondere was die Themen „Heimat und Identität“, „Willkommens- und Anerkennungskultur“ sowie „Demokratie und Demokratiestärkung“ anbelangt.

Wenngleich Migrantenorganisationen, vor allem deren Dachverbände seit etlichen Jahren wichtige zivilgesellschaftliche, integrative und sozialpolitische Arbeit leisten, sind sie im Vergleich zu Einrichtungen und Organisationen der Aufnahmegesellschaft finanziell benachteiligt. Aufgrund mangelnder Ressourcen und bestehender Hürden bei der Inanspruchnahme von Fördermitteln können sie ihr integratives Potential nur noch ungenügend als Mehrwert in die Gesellschaft einbringen. Sie stoßen in der Wahrnehmung, Ausübung, Ausweitung und Gewährleistung ihrer (Dienst-)Leistungen wiederkehrend an Grenzen.

Wenn wir gemeinsam über die Rahmenbedingungen, die für bestehende Träger geschaffen werden müssen, debattieren wollen, sollten wir Antworten auf diese Fragen finden:

  • Welche Kompetenzen und Ressourcen haben Migrantenorganisationen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Integrationsarbeit bereits etabliert?
  • Wie sind die Rahmenbedingungen ihres Engagements und ihrer Arbeit (personelle, finanzielle, haupt- und/oder ehrenamtliche sowie räumliche Ressourcen)?
  • In welcher Form werden ihre Kompetenzen und Expertisen in die Entwicklung und Umsetzung von (Integrations-)Konzepten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene einbezogen?
  • Welche exklusiven, quantitativen und qualitativen Zugänge zu ihren Mitgliedern, Mitgliedsorganisationen und Zielgruppen besitzen sie?
  • Über welche gleichwertige Versorgungsqualität und Zugangschancen für ihre herkunftshomogene Klientel und die Mehrheitsgesellschaft verfügen sie?
  • Welche weiteren Zielgruppen möchten sie erreichen? Welche Rahmenbedingungen und Ressourcen sind hierfür notwendig?
  • Welche Rahmenbedingungen fördern und hindern sie bei der Einbringung ihrer Stärken und Potentiale?
  • Auf welche Zugangs- und Partizipationsbarrieren stoßen sie bei der Inanspruchnahme von (öffentlichen) Fördermitteln?
  • Wie können diese formellen und informellen Barrieren zu Förderprogrammen behoben und ein gleichberechtigter Zugang von Migrantenorganisationen zu Fördermitteln sichergestellt werden?
  • Was sind ihre Erwartungen, Vorschläge und Forderungen an politisch Verantwortliche und etablierte Zuwendungsgeber?
  • Wie definieren und priorisieren sie ihre Kernaufgaben?
  • Welche dieser Kernaufgaben bedürfen langfristig einer strukturellen/institutionellen Förderung?

Die AABF zeigt in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen der Migrationsgesellschaft die Rahmenbedingungen des Engagements und der (Dienst-)Leistungen von Migrantendachorganisationen auf und unterbreitet der Politik erste Vorschläge für die strukturelle Förderung dieser Organisationen.