PRESSEMITTEILUNG: Solidarität mit Nuriye Gülmen, Semih Özakca und Kemal Gün

Die AKP-Regierung weitet ihre Repressionspolitik weiter aus. Leidtragende sind Andersdenkende, Intellektuelle und AkademikerInnen wie Nuriye Gülmen, Semih Özakca und Kemal Gün. Diese Menschen sind, wie viele, Opfer der antidemokratischen Politik Erdoğans.

HUNGERSTREIK FÜR GERECHTIGKEIT

Seit dem Putschversuch im Zuge des internen Machtkampfes in der Türkei ließ die AKP-Regierung tausende öffentlich Bedienstete mit demokratischer Gesinnung entlassen. Zwei von ihnen sind die Akademikerin Nuriye Gülmen und der Lehrer Semih Özakca. Beide protestieren gegen ihre Entlassungen im Zuge der Säuberungspolitik durch die AKP-Diktatur und sind seit dem 9. März in den unbefristeten Hungerstreik getreten. Sie fordern ihre Arbeit zurück.

Ihr Protest ist stellvertretend für die Rechte aller anderen entlassenen AkademikerInnen. Ihr Streik hat zwar eine größere Medienöffentlichkeit gewonnen, doch die Regierung stellt sich weiterhin auf beiden Ohren taub. Wir sagen, dass das Leben eines Menschen das höchste Gut ist und geschützt werden muss. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, so steht es im deutschen Grundgesetz Artikel. Auch die Würde von Nuriye Gülmen, Semih Özakca und Kemal Gün sollte unantastbar sein. Mit jedem Tag verschlechtert sich massiv die Gesundheit dieser Menschen. Ihre Forderungen müssen sofort erfüllt werden, denn ihr Leben ist in höchster Gefahr.

Der 70-jährige Kemal Gün kämpft auf dem Seyit Rıza Platz in der Provinz Dersim für die Aushändigung des Leichnams seines 28-jährigen Sohnes Murat Gün. Dieser ist bei einem Luftangriff des türkischen Militärs mit chemischen Bomben getötet worden. Kemal Gün ist für den Leichnam seines getöteten Sohnes in den unbefristenen Hungerstreik getreten, weil die AKP-Regierung mit der Begründung eine DNA-Analyse durchführen zu wollen die Aushändigung des Leichnams aufschiebt. Das ist Schikane und psychische Folter für die Familienangegörigen. Die Forderung von Kemal Gün muss sofort erfüllt werden, denn jedem Menschen steht das Recht zu, seine Angehörigen zu beerdigen.

Wir zeigen uns solidarisch mit Nuriye Gülmen, Semih Özakca und Kemal Gün.

Wir verurteilen die menschenverachtende und menschenunwürdige Politik der AKP-Regierung und rufen alle demokratischen Parteien, Verbände und Organisationen europaweit auf, sich mit diesen Menschen zu solidarisieren, damit der türkische Staat sofort seiner Pflicht nachkommt, das Leben seiner BürgerInnen zu schützen und nicht zu gefährden.

Alevitische Gemeinde Deutschland